Die Stadt Rivendell...
und ihre bemerkenswerten Einwohner
von Hirseprinz am 10.10.07

(oder: Wirre Eindrücke eines Neubürgers nach einer Frist von deutlich mehr als 100 Tagen)

Wenn sie dies liest, so glaubt Frau Franka,
ich schriebe wie ein Geisteskranker.
Das hat schon was, wie ich gestehe,
von Richtigkeit und Wahrheitsnähe.
Sie nimmt mich eh nicht ganz so volle
und nennt mich eine Prinzenrolle.

Renate lebt im Land der Briten
und tut sich vorm Verlieren hüten.
Sie spielt mit Haken und mit Ösen.
Da darf man alles, nur nicht dösen!

Herr Joscho ist ein Schweizer Mann,
den man nur schwer verstehen kann,
wenn er in Schwyzerdütsch parliert,
weshalb er sich zu reden ziert.

Herr Pablo spielt gern Carcassonne.
Er spielt dies stets mit großer Wonne.
Er legt die Plättchen sehr verwegen
und freut sich über´n Punktesegen.

Frau Mobo, glaubt es mir, ich seh sie,
steht frohgemut vor ihrer Resi
und pflückt im Schlosspark Kräuterlein
in ihren Kräuterbeutel rein.

Mit Schrot erschöss´ mich Lady Popple,
säh´ sie mich durch den Garten hoppel(n),
aus lauter Angst um die Tomaten,
die dort auf ihre Ernte warten.

Herr Kinski lebt im Städtchen Kiel.
Er wäscht mit Omo und Persil.
Die Wäsche ist stets blitzeblank
und liegt sortiert im Wäscheschrank.

Herr Otalo, von stolzem Wuchse,
hat Pizzaflecken auf der Buchse.
Die Flecken gehen nie mehr raus,
denn er hat kein Persil im Haus.

Frau Fairycat vom Mittelrhein
sagt "Guggux" und dann tritt sie ein.
Und gibt es eine Hungersnot,
legt sie sich Katzenfleisch aufs Brot.

Frau Engelchen, die wohnt in München.
Dort tut man Drachen-Bomber lynchen,
weshalb sie, wenn sie Tichu spielt,
auch meistens einen Sieg erzielt.

Frau Eb stellt fest: "Heut stinkt die Wupper,
was ich mit meiner Nas´ erschnupper.
Egal. Ich will ja jetzt nicht schwimmen,
sondern das Matterhorn erklimmen.
Ich würfel fröhlich, hopp, hopp, hopp,
und bin dann Erste beim Can´t Stop."

Frau Blinkey war in Wuppertal
bei einer Tupperparty mal.
Sie kaufte siebzehn bunte Schalen
und musste sie mit Geld bezahlen.

Zum Fußball-Gucken fährt Herr Karoh
am allerliebsten im Camaro.
Doch weil er so ´n Geschoss nicht hat,
geht er zu Fuß zur Innenstadt,
schwenkt seine Fahne hoch und schnell
und träumt vom Sieg des VfL.

Im Supermarkt steht Kricheline
sehr häufig vor der Milch-Vitrine.
Ihr Söhnlein braucht den Saft der Rinder.
Ja ja, so sind sie, diese Kinder.

Ein Söhnlein hat auch die Frau Dice.
Der ist noch klein, macht wenig Unfug.
Doch kann der Winzling erst mal laufen,
dann muss sie einen Laufstall kaufen.

Frau Aggerhexe hext in Hessen
und ist am Zwanzigsten in Essen.
Dort ist sie dann auf ihrem Besen
in Hall fünf zu seh´n gewesen.

Dann gibt es noch Herrn Bombadil.
Den kenn ich kaum, der spielt nicht viel.
Aus diesem Grund werd´ ich ´s nicht wagen,
hier irgendwas zu ihm zu sagen.

Halfelven, glaube ich, der ist
im Hauptberuf bestimmt Jurist.
Denn keiner sonst zitiert so schnell
das Wahlgesetz von Rivendell.
Ansonsten ist es seine Art,
dass er ein "Hu" beim "Huhu" spart.

Hab ich noch irgendwen vergessen?
Der darf mich dann, wenn wir in Essen
beim Koreaner Hunde futtern,
wenn er dies möchte, unterbuttern.
Wir sehen uns in rund zehn Tagen.
Da könnt Ihr mich dann alle schlagen.

(Popple-Lady)