Origo-Elegie
von Hirseprinz im Mai 08

Origo sag, wohin bist Du verschwunden?
Es tut so weh, Dich nicht mehr hier zu seh´n.
Du fülltest mir mit Schilden meine Stunden,
doch irgendwer befahl Dir jetzt, zu geh´n.

Britannien liegt verwaist am linken Rande
des leeren Spielbretts, eng an Belgiae geschmiegt.
Wer knüpft mit Polen nun Besiedlungsbande,
das einsam unweit von Germanien liegt.

Das Baltikum bleibt leer. Die Schweden schweigen.
Hispanien fühlt sich nicht gebraucht und schmollt.
Die Punkteleiste hat nichts mehr zu zeigen,
wenn ´s Mittelmeer an leere Strände rollt.

Helvetien in der kahlen Spielfeldmitte
bleibt wüst und kalt wie Dakien ganz rechts.
Und nicht erhört wird auch der Gallier Bitte
nach Clans mit Menschen beiderlei Geschlechts.

Italien brachte man trotz leck´rer Pasta
mit harten Worten deutlich zur Räson,
denn Hasbro sagte leider unlängst "Basta.
Origo kommt zurück in den Karton!"

Dalmatien wird beherrscht von Grabesstille.
Die Nordsee schwappt nur leise vor sich hin.
Ist all dies denn real des Spielers Wille?
Hat all dies denn so wirklich einen Sinn?

Wer füllt die Reihen? Wer besetzt die Spalten?
Wer spielt die Karten aus und greift mich an?
Wo bleibt der Ansporn, Stellungen zu halten,
wenn ich das Spiel nicht online spielen kann.

Für Stammesführer, die mit ihren Leuten,
mit Booten und zu Fuß auf Reisen sind,
für die gibt ´s leider nichts mehr zu erbeuten.
Kein Segel wird gebläht durch guten Wind.

Die letzte Stammeswertung ist gelaufen.
Der letzte Gründungsstein ist längst gespielt.
Wer ´s noch nicht hat, muss sich das Spiel jetzt kaufen.
Ob ´s das wohl ist, worauf das Ganze zielt?

(Popple-Lady)